kriegskind.de

Der Verein "kriegskind.de e.V." wurde im Jahr 2000 iim Zusammenhang mit einer Tagung der Akademie Bad Boll gegründet. Auf der Website heißt es:

"Wissenschaft und Politik haben sich bis vor einiger Zeit vorwiegend mit den Betroffenen des Holocaust und deren Nachkommen in der 2. und 3. Generation beschäftigt.

Lange unbeachtet blieben dagegen die Folgen von Bombenangriffen, Verschüttungen, Vergewaltigungen, des Elends bei Flüchtlingstrecks und in Auffanglagern.

Zum Teil tauchten die Beschreibungen der Folgen nur in Veröffentlichungen der soziologischen und psychotherapeutischen Fachzeitschriften auf in Themen über: Trümmerfrauen, Schlüsselkinder, Frühehen, Sucht - und Verwahrlosungstendenzen, Steigerung der Scheidungsraten, Zunahme der Frühinvalidität bei Männern und Frauen, Zunahme der Aggressivität in der 2. und dritten Generation durch transgenerationale Weiterleitung nicht bearbeiteter Traumen.

Öffentlichkeit und Politik registrierten zwar die negativen sozialen Erscheinungen, fanden aber selten einen Zugang zu den tieferen Zusammenhängen. Sie hatten diese entweder nicht deutlich genug verstanden oder ignoriert, da ihnen die Mittel fehlten, die Not zu lindern.

Die deutschen Wissenschaftler haben - auf dem Hintergrund der Scham, dem Tätervolk anzugehören - ihre Forschungsarbeiten fast ausschließlich den Holocaust-Opfern gewidmet, es sei denn, sie konnten ihre innere Abwehr gegen die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schicksal überwinden.

Völlig unbeachtet blieben während der Jahrzehnte, die dem Kriegsende und dem sog. deutschen "Wirtschaftswunder" folgten, jene Männer und Frauen der 1. Generation, die nun, im Alter, durch die kriegerischen Auseinandersetzungen im Balkan eine Wiederbelebung eigener traumatischer Erfahrungen erlitten."

"Eine bislang unbekannte Zahl von Deutschen, die im 2. Weltkrieg Kinder waren, leidet an plötzlich aufbrechenden Spätfolgen dieses Krieges. Es sind Kriegskinder, die ungewöhnlich schweres Leid auf der Flucht oder bei Bombenangriffen durchgemacht haben und bis heute keine echte Chance bekommen haben, diese Traumatisierungen aufzuarbeiten. Bei Eintritt in den Ruhestand, Krankheit oder Verlusten von engen Angehörigen bricht diese durch das Berufsleben in Schach gehaltene seelische Problematik häufig mit aller Schärfe hervor."




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